Über mich

Porträt von Dominik Joschke

Ich arbeite am Flughafen München auf dem Vorfeld. Ich wuchte dort Gepäck.
Ich habe einmal KI-Modelle mit Sprache trainiert. Ich habe viele Jahre in digitalen Abhängigkeiten und den Illusionen, die sie wuchern ließen, verbracht, wissend, was sie mit mir machen, aber unfähig, an meiner Situation etwas zu verändern. Gehalten fühlte ich mich nur dort — im Schutzraum des Künstlichen, des endlos Verfügbaren. Dann kamen Jobverlust und Krankheit, und ich kehrte an einen früheren Arbeitsplatz zurück: den als Abfertiger. Ein Beruf, der mich erdet und körperlich auffrisst; das ist weder Zufall noch ein Opfer, sondern die Hälfte dessen, was mich hält.

Die andere Hälfte ist ein Raum, den ich aus dem baue, was ich von der Technik und von der Mystik kenne: Stahl, Kabel, Motoren und Sensoren, zwei Menschen, ausgesetzt.

Künstliche Intelligenz, Sensoren und Simulation will ich in den Dienst einer Begegnung stellen, in der Menschen einander ansehen, einander spüren und im Widerstreben der Kräfte miteinander lebendig, das heißt unmittelbar gegenwärtig, sind.

Meine größte Sehnsucht ist das einfache Glück: eine Hand halten, ein Kuss, gemeinsam auf einem Parkplatz ein Feuerwerk anschauen.

Der Raum ist an meine Person gebunden und wird als einzelner Ort auf Spendenbasis gebaut, ohne Skalierung auf andere Orte und ohne Massenabfertigung. Ich habe keinen Meister und bin keiner.

Für die Bedingungen, die ich schaffe, bleibe ich verantwortlich; was du darin erfährst, gehört dir.