Der Gegen(t)raum

es gibt einen ort den es noch nicht gibt
er wird gebaut aus stahl aus kabeln aus motoren und sensoren
eine kammer wie ein kokon
und warm

vorher sitzt du
mit deiner geschichte
um zu sehen

du gehst hinein
du legst ab was dich schützt
was bleibt sind zwei
leichter

du kannst allein kommen
und jemanden mitbringen
du kannst mich als zweiten nehmen
oder einen anderen
bist du allein
bleibst du es besser nicht
denn die Maschine setzt
was sie von dir weiß

ich gehe auch hinein
ich werde der erste sein der sich hinein begibt
ich baue die kammer um in ihr zu sein
und nehme kein geld dafür
nehme was jeder andere auch gibt
mich selbst für den versuch

eine maschine die nicht trösten wird
aber auch nicht fragen
sie wird setzen
licht und ton und bewegung
gewicht und wärme und kälte
und geruch
und dann nichts
und dann wieder

sie wird nicht alles setzen
sie wird nicht immer setzen
manchmal wird sie nur warten

ein rahmen eng genug dass etwas geschehen muss
und weit genug dass niemand weiß was
und wirklich niemand wird wissen, was
die Maschine wird setzen, und die Menschen werden sehen

hier wird nichts weggenommen
was du brauchst
hier wird nur nicht mehr verhindert
dass es dich erreicht

was du nicht abwehrst
was du nicht planst
was du nicht verdienst

und wenn du gehst
gehst du
die tür geht immer auf

dann öffnet sich die kammer
was dann kommt kann man nicht versprechen
es kommt
oder nicht

danach wird fortgeschrieben
du gehst hinaus
und jemand schreibt
mit dir

das letzte was in einer gepolsterten welt noch echt ist
ist nicht planbar
den körper
bis zur letzten faser spürbar machen

wer gibt gibt damit gebaut wird
wer nicht gibt kommt trotzdem wenn platz ist

wer das liest und denkt
das ist nicht seriös
der hat recht
und genau deshalb steht es da

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